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Energie-Agenturen Deutschland e.V.

08. Juni 2011

Blockheizkraftwerke können Atomausstieg hervorragend flankieren

Neue Studie des Instituts für ZukunftsEnergieSysteme: 4.200 Megawatt Leistungszuwachs durch "kleine" KWK möglich; ASUE und eaD fordern Anpassung der EEG-Umlage

Berlin, 8. Juni 2011 – Durch den forcierten Ausbau dezentraler Blockheizkraftwerke (BHKW) kann der beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie und damit einhergehend der Zubau erneuerbarer Energien hervorragend flankiert werden. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES) heute beim Effizienzdialog der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE) und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) vorgestellt hat. Um den Ausbau dieser Anlagen, die das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) umsetzen, weiter vorantreiben zu können, müssen nach Auffassung der beiden Verbände jedoch die gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst werden. Dazu gehört auch, die gewerbsmäßigen Betreiber von KWK-Anlagen von der sogenannten EEG-Umlage in Höhe von 3,53 Cent je Kilowattstunde zu befreien.

Andreas Prohl, Präsident der ASUE erklärte dazu: "Wenn die Energiewende gelingen soll, muss Energieeffizienz auf der Nachfrage- und der Angebotsseite ganz oben auf der Agenda stehen. Der volkswirtschaftliche Vorteil ist eindeutig: deutliche Reduzierung des fossilen Energieeinsatzes und damit der CO2-Emissionen. Die Kraft-Wärme-Kopplung ist eine Schlüsseltechnologie für eine verbesserte Energieeffizienz auf der Angebotsseite KWK-Anlagen erreichen einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent."

Michael Geißler, Vorstandsvorsitzender des eaD, sagte: "Die dezentrale KWK wird in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, um Strom aus erneuerbaren Energien in die Netze zu integrieren, Stabilität in der Versorgung zu gewährleisten und die Übertragungsnetze zu entlasten. Deshalb sollte der Gesetzgeber allen Betreibern von KWK-Anlagen gleich gute Entwicklungschancen ermöglichen."

Das aktuelle KWK-Gesetz enthält für Mikro- und Mini-Blockheizkraftwerke mit einer elektrischen Leistung bis zu 50 kW Förderregelungen, die den Erhalt eines Zuschlags von 5,11 Cent pro Kilowattstunde vorsehen. Die Belastung des umweltfreundlich erzeugten KWK-Stroms durch die EEG-Umlage konterkariert nach Auffassung von ASUE und eaD jedoch diese Förderung. Auch in dem jetzt vorgelegten Gesetzentwurf zum neuen EEG wird dieser Widerspruch nicht beseitigt, mit der Folge, dass durch die steigende EEG-Umlage der KWK-Bonus immer weiter zusammenschmilzt. Dadurch haben es Energiedienstleister als treibende Kraft beim Ausbau der dezentralen KWK immer schwerer, ihre Anlagen wirtschaftlich zu betreiben.

Laut der von Professor Uwe Leprich vom IZES vorgestellten KWK-Studie zu den energiewirtschaftlichen Perspektiven dezentraler Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Deutschland ist unter günstigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bis zum Jahr 2020 ein Zubau an installierter Leistung in Höhe von insgesamt 4.200 Megawatt möglich. Der Leistungszuwachs allein bei Mikro- und Mini-Blockheizkraftwerken bis 50 kW elektrisch kann bis zu 500 Megawatt betragen. Eine künftig stärker marktorientierte Fahrweise der dezentralen KWK-Anlagen trägt zum Ausgleich der fluktuierenden Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen bei, insbesondere auch durch die Möglichkeit ihrer Zusammenschaltung ("virtuelle Kraftwerke"). Sowohl im Hinblick auf ihre Flexibilität als auch ihre ökologische Bilanz schneiden sie dabei deutlich besser ab als die Anlagen im bestehenden Kraftwerkspark.

Die Studie kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass der Ausbau der KWK-Anlagen durch eine unflexible Förderung und eine Reihe weiterer Hemmnisse erschwert wird. Das IZES empfiehlt eine ganze Reihe von gesetzlichen Verbesserungen sowohl im KWK-Gesetz (KWKG), im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), im Energiesteuergesetz (EnergieStG) und im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). So sollte unter anderem der maximale Förderzeitraum ausgeweitet und die Übertragbarkeit ungenutzter Förderung ermöglicht werden. Das aktuelle Signal der Bundesregierung, die Förderung der KWK über 2016 hinaus fortzusetzen und die Förderung effizienter einzusetzen, ist in diesem Zusammenhang ermutigend und sollte rasch mit Inhalten gefüllt werden.

Presseinformation

 

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Vortrag von Prof. Dr. Uwe Leprich, IZES gGmbH:

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Pressekontakt:

Volker Gustedt
Berliner Energieagentur GmbH
Tel.: 030 293330–19
Fax: 030 293330–99
E-Mail:gustedt@berliner-e-agentur.de
www.berliner-e-agentur.de


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